Mont Sainte Odile: der Berg der Göttin

Geschrieben von 
14/10/2016

Kraftortreisen durch Raum und Zeit führen uns zu unserem eigenen Wesenskern. Wir kommen dort an, wonach wir uns schon immer gesehnt haben. Während 5 Tagen voller Lebensenergie, Liebe und gegenseitigem Vertrauen öffneten wir uns unserer ur-eigenen Quelle und bereicherten einander auf dem gemeinsamen Weg – was für eine erfüllende Erfahrung!

Obwohl wir als Gruppe die gleichen Stationen bereist haben, hat jeder seine ganz eigene Geschichte erlebt. Mit ein paar Bildern aus meiner Perspektive möchte ich einen kleinen Einblick geben, was mir auf dieser Reise begegnet ist – in der Hoffnung, dass meine Weggefährten auch ihre ganz eigene Geschichte erzählen werden.

7. – 11. Oktober 2016


Der Elsässer Belchen

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Unsere Reise führt uns zunächst zum Elsässer Belchen, der für die Kelten ein wichtiger – ja ein heiliger Ort gewesen sein muss. Hier haben sie ihre Jahreszeiten-Feste gefeiert und sich mit der grossen Göttin vereint.
Wir 6 (Nicole, Ralf, Fabienne, Esther, Oda und Dominik) setzen hier unseren persönlichen Fokus für die gemeinsame Reise. Ich nehme mir vor, in turbulenten Zeiten innerlich zentriert und standfest zu bleiben.


Ein geniales Sonnen-Observatorium

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Mit Karte, Kompass und Sonnenaufgangs-Scheibe versuche ich mich – trotz verhangenem Himmel – zu orientieren. Ich bin völlig hingerissen, von dem, was mir später auch eine Tafel bestätigt: der Elsässer Belchen ist genau so ausgerichtet, dass die Sonne bei den wichtigen Jahreszeiten-Festen hinter namensgleichen Hügeln aufgeht:

  • am 1. Mai beim Grossen Belchen (Grand Ballon): Beltane, das Fest der Fruchtbarkeit
  • am 21. März und 20. September beim Schwarzwälder Belchen: Tagundnachtgleichen
  • am 1. August beim Kleinen Belchen (Petit Ballon): Lughnsadh, das Erntedankfest
  • am 22. Dezember beim Schweizer Belchen: das Jul-Fest zur Wintersonnenwende

Belchen, Beltane und Bal(lon) haben denselben Wortstamm wie Belenus, der Sonnengott.

Wie ist es möglich, dass die Kelten die Namen von so weit entfernen Berge von hier aus geben konnten?
Ein tiefer Respekt vor unseren Vorfahren erfasst mich.


Himmel und Erde umarmen sich

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Obwohl die Bise stark abkühlt, nehmen wir die Energie dieses magischen Ortes intensiv wahr. Es ist, wie wenn Himmel und Erde in einer liebenden Umarmung verschmelzen würden. Ein Tor zum inneren Licht öffnet sich. Wir meditieren und geben dem Ort unseren wertschätzenden Beitrag in Form ener Gabe.

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Der magische Wald

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Alle zieht es uns nacheinander in den Wald südlich des Hügels: Eine sehr sanfte Energie empfängt uns dort. Die vermoosten Bäume tanzen einen sinnlichen Tanz. Wie schön, sich an einen Baum zu lehnen oder sich auf dessen Moos zu setzen.
Aus der Überlieferung weiss mann, dass die Kelten an Beltane (1. Mai) ihre Fruchtbarkeit der Erde geschenkt haben. Aus Dankbarkeit, dass die Erde sie nährt und trägt, haben sie sich auf den Wiesen und Äckern vereint. Dieses Wäldchen muss dafür der Ort gewesen sein. Noch heute vibrieren die Sternenbäume in dieser reinen Schwingung.


Zeit zum Aufwärmen

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Glücklich aber durchkältet geniessen wir einen wärmenden Tee mit einer Elsässer Spezialität: Heidelbeerkuchen mit Rahm. Man schmeckt förmlich, wie köstlich er ist!


Die 3 Aspekte der Göttin

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Für die Kelten ist die Erde eine Göttin, die sich in 3 Aspekten zeigt:

  • Die Weisse Göttin: sie repräsentiert die reinste Verbindung mit dem göttlichen Ursprung. Sie zeichnet die Landkarte der Seele, die aus der inneren Quelle alle wichtigen Antworten findet. Sie zu verlieren würde bedeuten, seinen Weg und seinen Sinn zu verlieren.
  • Die Rote Göttin: sie steht für die Geschlechtsreife und die Fruchtbarkeit. Aus ihr entsteht jedes neue Leben – nicht nur in Form eigener Nachkommen, sondern auch als Kraftfeld, das jedes biologische, kulturelle und gesellschaftliche Gedeihen überhaupt erst ermöglicht.
  • Die Schwarze Göttin: sie macht sich auf die Suche nach dem mystischen Urgrund des Lebens. Auf ihrem Weg entwickelt sie ihre Weisheit und Heilkraft. Diese stellt sie in den Dienst derjenigen, die ihre Hilfe benötigen. Von der Kirche wurde dieser Aspekt später als Hexerei verbannt.

Den Kelten muss bewusst gewesen sein, dass ein gesundes gesellschaftliches Leben nur dann möglich ist, wenn alle 3 Aspekte gleichermassen geehrt und gelebt werden. Das Verdrängen des schwarzen Aspektes hat immer zur Folge, dass ein kollektiver Schatten entsteht. Über kurz oder lang zieht dies eine Reihe von schwerwiegenden Problemen nach sich.


Les Jardins d’Adalric

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Wir verbringen die Nacht im Hotel, das den Namen von Odilias Vater trägt (Aldaric Etichon). Das Frühstück stellen wir aus dem Rucksack zusammen. Ralf missbraucht kurzerhand den Teekocher für das Frühstücks-Ei.

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Nach dem Aufräumen und Packen sind wir bereit für den Odilienberg.


Der Berg der Göttin

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Der Odilienberg ist eine starke Drachenader, die von Süden kommend nach NO abdreht und dann über Felsklippen ins Tal hinunter fliesst. NO ist die Himmelsrichtung, die den Blick für das Mysterium und die Anderswelt öffnet.

Es ist die Richtung des inneren Wissens und der Suche nach der höheren Wahrheit. NO ist gleichzeitig das Tor der Ahnen und der Geister. Klingt vielversprechend!

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Odilia wird blind geboren. Als weiblicher Nachwuchs wird sie später den Besitz ihrer Mutter erben. Dies passt dem Vater nicht, also will er sie töten lassen. Ihre Mutter lässt sie jedoch unbemerkt wegbringen. Mit 13 wird sie getauft und erhält dadurch ihr Augenlicht und ihre innere Erleuchtung.
Später will sie ihr Vater (Adalric Etichon) verheiraten. Sie flieht deshalb ein zweites Mal. Erst später erkennt der Vater das Licht in seiner Tochter und überlässt ihr die Hohenburg, damit sie hier im 7. Jahrhundert ein Kloster gründen kann.

Der Lebenslauf von Odilia wird meistens mit einem starken christichen Hintergrund beschrieben. Gleichzeitig hat sie durch ihre Mutter aus Merowinger-Abstammung eine starke Verbindung mit der keltischen Tradition. Vermutlich sind deswegen die keltischen Plätze auf dem Odilienberg noch so gut erhalten geblieben. An andern Orten wurden die keltischen Steine zerschlagen und zum Bau der christlichen Kirchen verwendet.


Die Zeichen am Weg

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Eine Wespenkönigin feiert Hochzeit. Eine Ankündigung der Energie des Ortes?
Oft sind es die kleinen Dinge, die auf einer Kraftortreise die Richtung weisen.

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Still nimmt jeder für sich mit der Kraft des Ortes Kontakt auf. Mir fallen weitere Symbole der Verbindung auf, die auf die Kraft des Ortes hinweisen. Ein inspirierender Austausch beginnt.


Esther’s Liebesflöte in 432-Hertz-Stimmung

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Im Vorfeld der Reise hat Esther eine Liebesflöte gebaut. Sie setzt sich hin und verzaubert den Klosterplatz mit wunderbaren Klängen. Schulkinder fühlen sich sofort magnetisch angezogen. Ganz stolz darf auch ein Knabe mal spielen. Später verteilen sich die Töne über die hohle Linde ins Tal.

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Austausch im Kreis

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Die einzelnen Erlebnisse und Beobachtungen tauschen wir immer wieder im Kreis aus. Dadurch setzt sich ein  grösseres Bild zusammen, das für alle inspirierend ist. Es ist tief berührend: eine Art ‚Familien-Gefühl‘ entsteht, ein Feld, das uns alle viel weiter trägt, als wir alleine jemals gekommen wären.
NeuLand erwacht in uns zum Leben.

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Im Netzwerk entstehen die tragenden Herzverbindungen.


Ein Tag zum nördlichen Feen-Plateau

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Obwohl wir gemeinsam unterwegs sind, geht doch jeder senen eigenen Weg – und erlebt die eigene Geschichte.

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Ralf liebt die Herausforderung – es macht ihn wach und präsent für das Hier und Jetzt. Mit einem kühnen Sprung überwindet er einen recht tiefen Abgrund. Und gibt sich damit selbst eine Initiation.

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Unterwegs treffen wir auf verschiedene Krafttiere. Jedes löst eine Resonanz und eine Geschichte aus.

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Der Bär war nicht nur das Krafttier der Merowinger und Odilia, er schafft auch eine Verbindung zum Sternenbild des Grossen Bären, der für den Odilienberg von grosser Bedeutung ist.

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Etichon’s Grotte

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Bereits in der Steinzeit bewohnt, soll hier die Büssergrotte von Odilia’s Vater gewesen sein.

Die Energie des Ortes öffnet ein Tor in die Stille. In der Meditation begegnet mir mein Schatten. Ich erkenne, dass mir immer nur das Angst macht, was ich nicht bewusst und offen anschauen will. Jeden Schatten, den ich genauer betrachte, löst sich unweigerlich auf. Das verstärkt in mir ein tiefes Vertrauen in die Zukunft.
Ich danke dem Genius des Ortes für diese Erkenntnis.

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Ralf erforscht die Grotte und findet einen schmalen Zugang nach oben. Die Erde riecht hier feucht und auf eine angenehme Art modrig. Im Annehmen ihrer dunklen Natur liegt eine ungehere Kraft und ein mystisches Geheimnis!

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Esther spielt auf ihrer Liebesflöte und verbindet den Ort mit einer ganz neuen Energie. Es ist wie ein Geben und Empfangen. Die Zeit bleibt stehen – es scheint nur noch das Jetzt zu geben. Welch wunderschöne Magie!


Die Kraft des Ortes

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Wie speziell die Energie des Odilienbergs ist, lässt sich an vielen Wuchsformen ablesen: der extreme Drehwuchs links hat diesen Baum schliesslich zum Einknicken gebracht. Daneben spiralt sich dieser Baum rechtsdrehed in die Höhe. Wo die Energie so stark wirbelt, entstehen Ein- und Ausatmungspunkte, die eine starke Energie erzeugen.

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Nicole ist fasziniert über den markanten Richtungswechsel dieses kleinen Bäumchens. Hier scheint alles möglich zu sein.

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Imposant sind jedoch vor allem die Felsen: vor langer Zeit sind sie Meeresboden gewesen, der sich beim Zusammenschieben der tektonischen Platten als Vogesen aufgetürmt hat.
Überall hat man den Eindruck, dass die Felsen ihre Geschichte erzählen, die von Ort zu Ort etwas anders ist.


Das Feen-Plateau

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Wir fühlen uns wie auf einem andern Planeten. Alles scheint in eine magische Energie getaucht zu sein. Die Welt liegt fern ab und das ist gut so.

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Wir sind hier nur Besucher in einem Wald voller mystischer Wesen.


Der Schmetterlings-Stein

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Wir finden diese Steinformation, die für die Kelten mit Sicherheit ein heiliger Ort gewesen sein muss. Wie gewöhnlich gehen wir in die Stille und lassen den Ort auf uns wirken.

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Jeder sucht sich einen Platz, um mit den Elementarwesen Kontakt aufzunehmen.

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Ich lege mich in den Schmetterlings-Stein. Der Regen tropft mir sanft ins Gesicht. Ich habe den Eindruck, über den Stein mit der Umgebung zu verschmelzen. Plötzlich erwacht der Impuls, von hier aus einen Rechtswirbel aufzubauen. Alles dreht sich und der Regen hört auf. Gleichzeitig wird die Stille von Vogelgezwitscher durchbrochen: sie antworten mir mit freudigen Rufen. Ich bin berührt und lade Ralf ein, in das Steinbecken zu liegen.

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Mir wird klar, dass dies der Ort ist, um mit Elementarwesen in Verbindung zu treten. Sie einzuladen, um ein heilendes Zuammenwirken zu er möglichen. Danke für diese Einsicht.


Vor der Dämmerung auf den Rückweg

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Der Rückweg zum Kloster führt uns über den Berg des Landschaftsdrachen. Von hier kommen die neuen Impulse – wie eindrücklich, dass es die Elementarwesen und die Krafttiere sind.

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Ralf wird von einem Felsen angezogen. Kaum zu glauben: unter ihm liegt die Grotte des Etichon, in dessen Tiefe er sich auf dem Hinweg vorgewagt hat.


Das Merowinger Grab

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Vor dem Essen lege ich mich ins sogenannte Merowinger-Grab. Mein Herz schlägt so wild, dass erst alles in mir dreht. Nein, mit einem Grab im ursprünglichen Sinn hat dies nichts zu tun! Ich nehme es vielmehr als Initiationsstätte wahr. Dann kommen mir Bilder von einem Ritual, bei dem sich die Königin und ihr Auserwählter der Gemeinschaft der Ahnen stellen mussten. Bei der Initiation ging es darum, den Segen der Vorfahren zu erhalten, um den Stamm weise führen zu können. Die Erkenntnis lässt mein Herz ruhiger schlagen.
Fabienne beobachtet einen Vogel, der sich in die Nähe setzt. Ein Bote aus der Anderswelt?

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Am Abend tauschen wir aus, was uns über den Tag am meisten bewegt hat. Einmal mehr wird uns bewusst, wie wichtig die Gruppe für die Prozesse jedes Einzelnen sind. Wir sind einander Geburtshelfer für die Reise in die eigene Essenz.


Ein sonniger Morgen

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Bilder, die für sich sprechen.

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Eine Sonnenuhr mit der Weltzeit verschiedener Kontinente. Ähnlich weit verzweigt sind vermutlich auch die Kraftlinien des Odilienbergs.

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Die alte Linde, die unter Odilia’s Segen steht.


Die Kapelle der Tränen

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Christliche Kapellen wurden fast immer auf alten Keltenplätzen errichtet. Dabei war man bestrebt, dem Ort eine neue Prägung zu geben. Gleichzeitig durfte man nicht alles aussperren, weil man die Kelten sonst nie in die neu erbauten Kirchen gebracht hätte. So auch hier: die Verbindung von Mann und Frau ist im Altar zwar noch dargestellt, jedoch in einer keuschen christlich Form.

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Im Boden vor dem Altar findet sich dieses Gitter, das einen alten Ritualstein verbirgt. Es ist ein Stein, dem  Wunderkraft nachgesagt wird. Liegt sein Geheimnis darin, dass sich auf ihm Generationen von keltischen Königspaaren in der Hochzeitsnacht vereint haben, um das neue Leben zu zeugen? Dies mit dem Segen der Ahnen, der Gemeinschaft und der Elementarwesen?

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Ein Symbol dieser Vereinigung ist noch im Bild der beiden Tauben zu erkennen: durch ihre Liebe beginnt der göttliche Kelch zu sprudeln.


Auf dem Weg zur südlichen Druiden-Grotte

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Immer tiefer verbinden wir uns mit unserem Seelenkern und erleben, wie wir in einem gemeinsamen Wir immer mehr erstarken. Wow, was für ein Gefühl!

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Mein Tagesthema: in mir die Licht- und Schattenseiten liebend und kreativ verbinden.

Wir wandern zwischen den stummen Zeugen einer lange vergangenen Zeit. Immer wieder haben wir den Eindruck, dass die imposanten Felsen mit uns ein stilles Gespräch aufnehmen möchten.

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Das eigene Licht leben

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Mich zieht das erste Bild des Kreuzweges an: Jesus steht vor Pilatus, der sein Handeln nicht verurteilen will. Die spirituelle Elite aus den eigenen Reihen fordert jedoch lautstark seine Kreuzigung. Lieber wollen sie einen Verbrecher begnadigen, als Jesus, der sie mit seiner Konsequenz und seiner Lichtkraft zu einem unerwünschten Hinterfragen ihrer rigiden Strukturen auffordert.

Ich schliesse die Augen und spüre in mir die Angst, mein ganzes Licht kompromisslos zu leben. Als ich die Augen wieder öffne, fällt mein Blick auf ein kleines Steinherz, das mir Mut zuspricht. In Dankbarkeit gebe ich ihm zwei Flügel.

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Gesichter, Augen, Elementarwesen – eine Welt voller Leben, die es zu ergründen gilt.

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Felsen, die das Herz öffnen…

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… die Geborgenheit und Schutz geben.

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Im Geben des eigenen Beitrags vertieft sich der Austausch. Und das innere Licht wird immer klarer.

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Kleine Zeichen und sanfte Riesen berühren uns alle tief.


Der tanzende Baum

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Es ist, als ob uns die Natur darauf hinweisen würde: „Lebe immer wieder deine ur-eigene Individualität!“
Wie gerne lassen wir uns – oft auch spielerisch – auf diese Einladung ein!

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Liebevoll schaut uns dieser Steingeist zu.


Die Grotte der Druiden

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Was ist beklemmender: die eigenen Schatten zu konfrontieren oder mein volles Licht zu leben?
Die Grotte der Druiden ist ein passender Ort, um dieser Frage nachzugehen. Ich sinne darüber nach, wie es mir gelingt, diese beiden Pole in mir zu vereinen? Die gebundene Energie aus den verdrängten Schatten zu lösen und mit einem klaren Ja mein Licht erfüllend zu leben.

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Wir lassen uns in und vor der Grotte nieder. Ein Feuer wird entzündet.

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Feuer steht zu seinem Licht und verbreitet es wärmend im Umfeld.

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Im Feuer sind Licht und Schatten zu einem kraftvollen Ganzen vereint. Fühlt es sich deshalb so wohltuend an?


Das Feuer-Ritual

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Ralf lädt uns zu einem Transformations-Ritual ein: „Was bist du bereit, jetzt loszulassen?“
Wir schreiben alle auf einen Zettel, was wir loslassen wollen.

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Nacheinander sprechen wir laut aus, was wir aufgeschrieben haben und übergeben es dem Feuer.
Ich gebe meine Angst zu versagen und mich abzugrenzen ins Feuer. Und setze an die frei gewordene Stelle den Mut, mein Licht mit meiner Umgebung zu teilen, genau so wie das Feuer.

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Fabienne hat tibetische Gebetsfahnen mitgebracht, die sie dem Ort geben möchte. Wir hängen sie in die Bäume über der Grotte und verlassen diesen berührenden Platz in Dankbarkeit.


Getragen vom Wir

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Wie schön, das Herz in einer Gruppe öffnen zu können! Geschehen lassen, was von tief innen auftauchen möchte – im Vertrauen, von liebenden Menschen umringt und gehalten zu sein.

In der Austauschrunde nach dem Abendessen werde ich mit alten Schmerzen konfrontiert: ich kann nicht ausprechen, wenn mich etwas verletzt und ziehe mich dann immer wieder isolierend zurück. Ich bin meiner eigenen Verschlossenheit ausgeliefert. Wie wertvoll die von Herzen kommenden Beiträge der andern zu hören. Ich komme an einen inneren Wendepunkt und setze einen neuen Fokus: Momente des Schmerzes auszustehen und mit Achtsamkeit auszudrücken. Ja, das will ich!

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Nach einer kurzen Nacht, in der wir nach dem eigenen Stern Ausschau halten, erwache ich mit einer dumpfen Traurigkeit. Ich stehe auf und lege mich zum zweiten Mal in das Merowinger-Grab.

Dieses Mal erlebe ich es ganz anders: es hilft mir, die alten hinderlichen Muster zu erkennen. Ich spüre den hohen Felsen, auf dem ich liege und gleichzeitig die Verflochtenheit mit dem menschlichen Schicksal. Was ich in diesem Augenblick durchlebe, ist zwar mein eigener Schmerz doch gleichzeitig auch ein kollektiver. Tief in mir weiss ich, dass ich genau das erlebe, um es zu heilen. Für mich und für die Gemeinschaft.

Und plötzlich fühlt sich dieses Grab erlösend an. Ich sterbe einen kleinen Tod und stehe wieder auf, um in ein neues Leben zu treten.


Der weibliche und der männliche Weg

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Vor der letzte Austauschrunde im Kloster geschieht eine spannende Sszene: Die Frauen nehmen die wärmenden Sonnenstrahlen auf und Ralf untersucht den toten Vogel, der auf der Terrasse liegt. Ein Schauer erfasst die Frauen: „Das kannst du doch nicht machen“! Und dann die Erkenntnis: „Der Mann erlebt dies eben anders als wir Frauen“.

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Das führt uns im Austausch auf den Unterschied von Mann und Frau. Und es entsteht augenblicklich eine erlösende Atmosphäre, die gegenseitig das andere Geschlecht tief wertschätzt und liebend respektiert.
Miteinander teilen, dass beide das Leben anders betrachten – der Schlüssel zu Frieden, Harmonie, Sinnlichkeit und Liebe.


Ein letztes Mal zur Odilien-Quelle

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Noch einmal füllen wir bei Odilia’s Heilquelle unsere Wasserflaschen und verabschieden uns mit einem Gefühl der erfüllten Freude.

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Ralf schenkt der Quelle seine kleine Meerjungfrau.

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Und die Frauen üben den Beitritt in den Orden – getreu nach dem Vorbild der Schwestern, die uns jeden Abend auf dem Tischset begegnet sind.


Abschluss in Ribeauvillé

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Vor dem Abschied noch einmal Flammkuchen und Heidelbeertorte….

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… und dann mit 2 Autos zurück in die Schweiz.


Danke!

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DankeDankeDanke!
Ihr seid wunderbare Menschen und es berührt uns tief, mit euch diesen Weg gegangen zu sein.

Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal – vielleicht stossen ja noch andere dazu, um NeuLand weiter wachsen zu lassen….?

Mit lichtem Herzen, Dominik

P.S. ich freue mich auf eure Gedanken und Kommentare!

4 Antworten

  1. Nicole Salzmann sagt:

    Hej Ihr Lieben

    ODILIENBERG (Oh die Lilien Berg 😉

    Meine Seele hat mich zuerst zur Quelle der Odilie gerufen. Dort hat mich die Begegnung mit zwei älteren Männern tief berührt. Sie gehören zu 50 Menschen, die seit über 40 Jahren, rund um die Uhr, für uns Menschen und die Welt beten. Diese Begegnung war so herzlich und humorvoll und voller Wärme 🙂
    Es ging auch um meinen Namen: Nicole und um die Wichtigkeit der eigenen Wurzeln. Ich bin dann dem Gefühl dieses wundervollen Zusammentreffens gefolgt…und habe die Betenden in der Kirche “Notre Dame” auf dem Odilienberg gefunden. Die Wärme, die Geborgenheit und die Heilige Stille…Frieden und Harmonie… in diesem Raum haben mich tief berührt und warm umhüllt. Immer zu zweit halten die Betenden, Tag und Nacht, einen Heiligen Raum, der über den Odilienberg hinaus zu spüren istSmiley. Eine tiefe Dankbarkeit durchströmte mich und ich gab mein Göttliches Licht mit hinein und dass jeder Mensch sich an das Göttliche in sich erinnern und so seinen eigenen Heiligen Raum in sich entdecken und nähren und halten möge 🙂 Tiefes Ausatmen. JAAAA…darum geht es. DANKE DANKE DANKE….

    Die Geschenke (Essenzen), die ich auf dem Odilienberg erhalten habe:

    * Meinen eigenen Heiligen Raum in mir finden und nähren und halten…über meinen Ton?…über meine Dankbarkeit?…über die Stille?…über mein bewusstes Sein?…und damit Liebe, Freude, Dankbarkeit, Frieden und Harmonie in die Welt säen 🙂
    * Meine kindliche Freude und Leichtigkeit (Feenplatz und Tiere)…meine weisse Göttin…mein Wesen…leben
    * Die Magie und Göttlichkeit in der Natur….und im Sternenhimmel…geniessen und bewusst in meinen Alltag holen.
    * Meiner Inneren Priesterin Bewusstsein schenken (Feuer, Mantren, Altes loslassen und in Neues transformieren… ”Ich vertraue dem Neuen”
    * Meinen Stern(ennamen): Alzaric
    * Ich bin eine Meisterin, die übt 🙂

    Ihr Lieben…ich danke Euch für diese wundervolle Reise…die wir alle mit so viel Liebe, Freude, Humor, Sanftheit, Wildheit, Licht und Schatten, Verständnis, Mitgefühl…mit- und für einander…getragen und kreiert haben.

    Ich habe Euch ganz fest lieb 🙂

    Herzumarmung
    Nicole

  2. Ralf sagt:

    Unsere Gruppe besteht aus so vielen unterschiedlichen Individuen die so offen und bereit sind Gegensätze anzuschauen und immer wieder neue Fähigkeiten entwickelt diese anzunehmen. Der wundervolle und sehr kreative Austausch untereinander öffnet uns allen neue Horizonte und ermölgichen persönliche sowie gemeinsame Prozesse die aus Trennung neue Verbindungen ermöglicht. Die Art wie wir kommunizieren und daraus ein Verständnis ermöglichen ist so wunderbar.

    Wichtig und wertvoll für mich ist der Kontakt zu Menschen wie ihr in der Gruppe. Sie sind der Zugang zum Universum für mich. Jeder Mensch lebt und kreiert sein eigenes Universum. Diese zu verbinden und zu verschmelzen fühlt sich für mich als Sinn des Lebens an. A never ending way of life.

  3. Fabienne sagt:

    Wow…. da kann ich mich mit ganzem Herzen anschliessen.
    Auf dieser Reise habe ich mich wieder auf ganz wundervolle Weise mit der Natur und den Sternen in Verbindung gesetzt…..
    mich endlich wieder an magische Momente meiner Kindheit erinnert und geniesse es nicht mehr getrennt davon zu sein. Wie in der Geschichte von Odilia, bin ich blind durchs Leben gewandert und nun kann ich mit ganzem Herzen sehen.
    Alle Erfahrungen und Gefühle in der Gruppe zu besprechen ist jedes mal ein „heiliger Moment“ weil es erst ein bisschen Mut braucht um durch den Schatten ins Licht zu kommen.
    Ich bin tief berührt wie wir jeden Tag individuell zum gleichen Thema geführt wurden und jeder und jede ein Puzzlestück dazu ist.
    Ihr seid echt meeeega Schätze! danke, dass ich soviel mit euch lachen, Seich machen, wandern, pfeifen lernen, Wein trinken, Blaubeerkuchen essen, träumen und lernen durfte.

    Bin bereit fürs nächste Abenteuer!

  4. Esther Lanz sagt:

    Diese gemeinsame Kraftort-Reise mit Euch lieben „Schätze“, ist etwas vom Besten was ich in letzter Zeit für mich gemacht habe. Sie war begleitet von so viel Verbundenheit, Empathie, Miteinander, Freude, Harmonie, Unterstützung, Lachen und Liebe. Wir lebten das WIR-Bewusstsein, wo alles gesagte und gemachte mit grosser Wertschätzung und Liebe gegenüber uns, allem Leben und unserer geliebten Mutter Erde gestrahlt und ausgesendet wurde. Diese Tage sind fest in jeder meiner Zellen verankert und schenken mir Vertrauen für alles was sich in meinem Leben zeigt.

    In tiefer Dankbarkeit und Herzverbundenheit

    Esther

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